Das 12 von 12 Format als Tages-Rückblick hab ich bei Judith Peters gefunden. Es geht darum, nicht immer nur über die großen Ereignisse zu schreiben, sondern auch den kleinen Erlebnissen Raum und Aufmerksamkeit zu schenken. Es sind eben doch die kleinen Dinge, die das Leben ausmachen. Dabei konzentrieren wir uns auf einen Tag – den 12. eines jeden Monats.
In meiner To-Want-Liste für das 4. Quartal 2024 steht: Pilze sammeln im Herbst. Und da der 12. zufällig ein Samstag ist, haben wir den Plan gleich mit einem Ausflug ins Erzgebirge verbunden. Eine willkommene Gelegenheit, mal wieder mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein. Wir erhalten einen Tipp, wo es viele Pilze gibt und landen so in der Nähe von Schneeberg. Hier ist es einige Grad kälter als zu Hause, was uns sehr an unsere Zeit in Matera, Süditalien erinnert.

Die Nacht hat uns einen Eindruck vom kommenden Herbst und Winter gegeben. Die Luft erwärmt sich nur langsam, also beginnt mein Tag mit bloggen im Bett. Alles, was unter der Bettdecke hervorlugt, wird ziemlich schnell richtig kalt.

Während ich also im warmen Bett sitze, macht sich Silke heroisch auf den Weg nach draußen – in Schlafanzughosen, Gummistiefel und mit Handykamera. Bei rund 4 Grad entstehen so unsere ersten Bilder von Morgendunst und Rauhreif für diesen Herbst.

Nach unserem Frühstück mit Apfel-Porridge hat die Sonne die Szenerie erwärmt. Wir ziehen uns an, schnappen unsere Pilz-sammel-Ausstattung und ziehen los. Zuerst einmal rund um den Badesee vom Campingplatz.

Bis zum Waldrand sind es nur wenige Meter bergauf. Dann informieren wir uns erst mal an der Schautafel über den Hartmannsdorfer Forst. Ein Teil davon gehört zum Naturerbe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

Die ersten Minuten bin ich noch geblendet vom weiß der Schautafel. Und so tapse ich vermutlich an mehreren Pilzen vorbei, während Silke über einen Fund nach dem anderen jubiliert. Irgendwann haben sich meine Augen erholt und ich halte stolz meinen ersten Pilz in die Kamera.

Danach ist mein Pilz-Blick aktiviert und ich finde eine „Schwamme“ nach der anderen. Und unser Stoffbeutel füllt sich zusehends.

Unterwegs zum Aussichtspunkt Hirschenstein laufen wir den „Langen Flügel“ entlang und finden sogar direkt am Wegesrand die schönsten Steinpilze. Irgendwann entscheiden wir, nicht weiter zu suchen.

Und das müssen wir auch nicht, denn die Pilze stehen gut sichtbar im weichen Moos. Und wo einer steht, stehen meist noch weitere in der Nähe.

Wir erreichen den Hirschenstein. Hier gibt es mehrere Ausblicke in die Umgebung und sogar ins Vogtland. Interessant ist eine im Jahr 1864 errichtete Granitsäule, die einen Vermessungspunkt der königlich-sächsischen Triangulation anzeigt. Sie ist Teil der damaligen Landvermessung des Königreichs Sachsen. Zwischen 1964 und 2008 war die Gegend rund um den Gipfel militärisches Sperrgebiet.

Der Hirschenstein ist die höchste Erhebung des Lankreises Zwickau. Hier angekommen, setzen wir uns auf die dortige Bank und putzen unseren gefundenen Pilz-Schatz.

Auf unserem Weg zurück zum Campingplatz fällt uns auf, dass der Wald um uns herum ziemlich angeschlagen aussieht. Überall haben Reifen tiefe Spuren hinterlassen. Der Waldboden ist zerfurcht und überall liegen umgefallene oder abgesägte Baumstämme und jede Menge Äste und Zweige.

Zurück im Wohnmobil verarbeiten wir die ersten Pilze zu einer leckeren Pilzpfanne. Die restlichen nehmen wir mit nach Hause. Daraus wird Pilzsuppe. Hmmm…