Rom mit dem Wohnmobil stand lange auf unserer Wunschliste – und gleichzeitig ganz weit oben auf der Liste der Städte, vor denen wir Respekt hatten. Verkehr, Trubel, Regeln, Menschenmassen. Und dann auch noch mit dem Wohnmobil?
Am Ende bleiben wir mehrere Tage, entdecken Rom Schritt für Schritt und merken schnell: Mit dem richtigen Stellplatz, etwas Planung und der passenden Portion Gelassenheit lässt sich die Ewige Stadt erstaunlich entspannt erleben. In diesem Artikel teilen wir, wie sich Rom entspannt entdecken lässt. Unsere Erfahrungen und ganz konkrete Tipps fürs Nachreisen – inklusive Stellplatz, Tickets und Buchtipps.
Unser Stellplatz in Rom: Camping in town– stadtnah & ruhig
Wir übernachten am Stadtrand auf dem Campingplatz hu Camping in Town, der ideal für den Besuch Roms liegt: ruhig, sicher, ganzjährig geöffnet und gut angebunden an Bus und Metro. Das 100-Minuten-Ticket kostet gerade einmal 1,50 Euro – ein echtes Plus für nachhaltiges Reisen. Die Kombination aus öffentlichem Nahverkehr und Campingplatz gibt uns maximale Flexibilität. Morgens in die Stadt, abends wieder raus – ohne Parkplatzsuche oder Verkehrschaos.
Der Platz selbst ist funktional, aber angenehm: saubere Sanitäranlagen, flache Stellplätze, Stromanschlüsse, Waschmöglichkeiten. Besonders in der Nebensaison schätzen wir die Ruhe – es ist wenig los, kein Gedränge, viel Platz. Auch wenn es Trockner gibt, lassen wir die Wäsche gern draußen flattern – es sind diese kleinen Rituale, die das Unterwegssein im Camper so entschleunigend machen.
Tipp für Camper:
In Großstädten wie Rom ist ein offizieller Campingplatz oft die entspanntere Lösung. Für alle, die flexibel reisen und dennoch nah an der Stadt sein wollen, ist diese Option ideal.
Unsere Buchtipps zu Rom & Umgebung
- MARCO POLO Reiseführer Rom*: Kompakt, mit Insidertipps und Tourenvorschlägen.
- Baedeker Reiseführer Rom*: Detailliert, mit fundierten Hintergrundinformationen.
- DUMONT direkt Rom*: Für Entdecker:innen, die auch abseits der Touristenpfade unterwegs sind.

Tag 1: Ankommen, Orientierung & erste Eindrücke
Nach der Anreise nutzen wir den ersten vollen Tag für einen Stadtbummel ohne Ziel. Der erste Eindruck zählt – und Rom gibt sich geheimnisvoll: trüb, aber trocken, still und dennoch voller Leben. An der Bushaltestelle kommen wir mit einem italienischen Paar ins Gespräch. Sie sind gerade aus Peru zurückgekehrt, warten auf eine neue berufliche Perspektive. Solche Begegnungen machen das Reisen besonders – sie erinnern uns daran, dass hinter jeder Tür eine Geschichte wartet.
In der Stadt angekommen, lassen wir uns treiben. Wir sehen das Kolosseum zunächst nur von außen, bestaunen die spanische Treppe und werfen einen ersten Blick auf den Vatikan. Kleine Anekdoten am Wegesrand – wie die Möwe, die auf Neros Kopfstatue landet – sorgen für unerwartete Lacher. Als der Wind auffrischt, sind wir dankbar für den schnellen Rückweg über Bus und Metro. Ein erster, leiser Auftakt für die kommenden Tage. Ideal, um sich einzufühlen und anzukommen.



Tag 2: Antikes Rom – Kolosseum, Forum & Pantheon
Endlich zeigt sich die Sonne – und mit ihr ein Rom, das Geschichte lebendig macht. Wir haben Tickets für das Kolosseum vorab online gebucht, ein absolutes Muss in der Hoch- wie Nebensaison. Der Audioguide führt uns durch die Etagen dieses monumentalen Bauwerks: Fundstücke, Erzählungen, Geräusche. Wir erfahren, dass das Kolosseum nicht nur für Gladiatorenkämpfe diente, sondern auch zweckentfremdet wurde – als Wohnraum, als Stall, als Steinbruch. Über Jahrhunderte hinweg wurde es immer wieder verändert, beschädigt, neu genutzt.
Der Blick in die Unterkonstruktion fasziniert uns besonders: unter der Arena befand sich komplexe Bühnentechnik, Raubtier-Käfige und Luken. Sie ermöglichten ausgeklügelte Szenerien und sogar Seeschlachten. Auch wenn vieles nur noch in Fragmenten erhalten ist – mit etwas Vorstellungskraft lassen sich vergangene Zeiten erahnen.
Tipp für Rom:
Es ist sehr zu empfehlen, Tickets für die Sehenswürdigkeiten Roms wie das Kolosseum oder die vatikanischen Museen schon im voraus zu buchen. Auch in der Nebensaison. Buchungen sind zum Beispiel möglich über Rome Tickets, The Varikan Tickets & Tours oder GetYoutGuide.



Danach führt uns unser Weg zum Tempel der Venus und Roma, direkt oberhalb des Kolosseums. Er war der größte Tempel des antiken Roms und wurde im 2. Jahrhundert n. Chr. unter Kaiser Hadrian erbaut. Heute sind vor allem die mächtigen Grundmauern und Säulenreste erhalten, die einen guten Eindruck von den enormen Dimensionen vermitteln. Der Ort wirkt trotz seiner zentralen Lage überraschend ruhig und eignet sich perfekt für eine kurze Pause zwischen Kolosseum und Forum.
Wir laufen weiter zum Forum Romanum – das politische, religiöse und gesellschaftliche Zentrum des antiken Roms. Zwischen Tempeln, Basiliken und Triumphbögen wurde hier über Jahrhunderte Geschichte geschrieben – von Volksversammlungen bis zu kaiserlichen Triumphzügen. Die weitläufige Anlage wirkt wie ein offenes Geschichtsbuch, in dem jede Säule und jeder Stein eine eigene Geschichte erzählt. Besonders eindrucksvoll ist der Blick von oben, etwa vom Palatin, der die Bedeutung und Größe des Forums erst richtig begreifbar macht.
Später erreichen wir das Pantheon – ein architektonisches Meisterwerk. Seine Kuppel, über 1.700 Jahre lang die größte der Welt, begeistert uns durch ihre Präzision und Symbolik. Der oculus in der Mitte – eine Öffnung zur göttlichen Welt – lässt Licht und Bedeutung gleichzeitig einfallen. Am Trevi-Brunnen bekommen wir einen Eindruck, was in Rom in der Hochsaison zu erwarten ist. Und wir beglückwünschen uns, im Herbst hier zu sein. Später entdecken wir noch das jüdische Viertel und gelangen schließlich zum Circus Maximus. Hier erleben wir etwas, wofür Rom ebenfalls bekannt ist: Ein Zug tausender Stare auf der Suche nach ihrem Nachtplatz. Was von Ferne noch ein faszinierendes Schauspiel ist, verwandelt sich, sobald die Stare in den Bäumen über uns landen. Der vermeintliche Regen treibt uns in die Metro und zurück zum Campingplatz.



Unsere Buchtipps zu Rom & Umgebung
- MARCO POLO Reiseführer Rom*: Kompakt, mit Insidertipps und Tourenvorschlägen.
- Baedeker Reiseführer Rom*: Detailliert, mit fundierten Hintergrundinformationen.
- DUMONT direkt Rom*: Für Entdecker:innen, die auch abseits der Touristenpfade unterwegs sind.
Tag 3: Vatikanische Museen – Kunst & Glaube hautnah
Am dritten Tag steht der Vatikan auf dem Programm – und erneut zahlt sich Vorausplanung aus. Die Online-Tickets für die Museen sichern uns ein Zeitfenster, mit dem wir entspannt starten können. Der Weg dorthin führt über die Metro Cornelia und einem kleinen Spaziergang zur Engelsburg. Dort spielt ein Straßenmusiker „Imagine“ – wir bleiben stehen, singen leise mit, lächeln.
Nach einem schnellen Espresso in einer Bar geht’s zur Sicherheitsschleuse und dann in die Museen. Ich muss gestehen: Ich hatte keine genaue Vorstellung davon, was uns erwartet. Der Audioguide eröffnet uns eine Welt, die vom etruskischen Totenkult bis zur modernen Kunst reicht. Besonders beeindruckt uns der Bereich zu den Etruskern – mit detailreichen Sarkophagen, Schmuckstücken und kulturellen Verbindungen zu anderen mediterranen Völkern.
Der Saal der Landkarten begeistert uns ebenso wie die klassischen Kunstwerke von Raffael, die Schule von Athen, und sogar Werke von Otto Dix und Karl Schmidt-Rottluff. Dann erreichen wir die Sixtinische Kapelle – kleiner als erwartet, aber eindrucksvoll. Wir verbringen über 45 Minuten dort, sitzen, hören, betrachten. Das Fotografierverbot bringt uns zur Ruhe. Hier geht es nicht ums Festhalten, sondern ums Erleben. Danach sind wir satt – im besten Sinne. Und Rom hat uns einmal mehr gezeigt, wie vielschichtig es ist.



Unsere Tipps zusammengefasst
Camping & Lage: Nutze einen stadtnahen Campingplatz mit guter ÖPNV-Anbindung. In Rom entspannter als freistehen – gerade im Winter.
Öffentlicher Nahverkehr: Sehr zuverlässig, günstig und effizient. Das 100-Minuten-Ticket bietet viel Spielraum für spontane Routen.
Tickets vorab buchen: Besonders für das Kolosseum und die vatikanischen Museen Pflicht – auch in der Nebensaison. Plane Puffer ein.
Beste Reisezeit: Frühjahr und Herbst sind ideal. Aber auch der Winter hat Charme – weniger Menschen, besondere Lichtstimmungen, und ein entschleunigter Blick auf die Ewige Stadt.
Nicht zu viel vornehmen: Rom lässt sich nicht konsumieren wie eine Checkliste. Lieber langsamer, bewusster – und dafür mit echten Erinnerungen im Gepäck.
Unsere Buchtipps zu Rom & Umgebung
- MARCO POLO Reiseführer Rom*: Kompakt, mit Insidertipps und Tourenvorschlägen.
- Baedeker Reiseführer Rom*: Detailliert, mit fundierten Hintergrundinformationen.
- DUMONT direkt Rom*: Für Entdecker:innen, die auch abseits der Touristenpfade unterwegs sind.
Unser Fazit: Rom – Geschichte zum Erleben
Rom ist ein Kaleidoskop aus Jahrhunderten – Schichten aus Geschichte, Kultur, Alltag und Begegnung. Mit dem Camper unterwegs zu sein, bedeutet hier nicht Einschränkung, sondern Freiheit: den Tag selbst gestalten, Pausen dort machen, wo es sich richtig anfühlt, und den Abend in der Stille außerhalb des Trubels verbringen. Wer Rom im eigenen Tempo entdecken möchte, abseits vom Checklisten-Tourismus, wird reich belohnt. Diese Stadt gibt viel – und verlangt nur eines: Zeit.
Weitere Artikel:
- Wenn Dich Städtereisen mit dem Camper interessieren, schau dir auch unseren Artikel Florenz mit dem Wohnmobil an.
- Wenn du nach dem Städtetrubel noch mehr Ruhe suchst, empfehlen wir dir unseren Artikel über die Toskana mit dem Wohnmobil – perfekt als Kontrastprogramm zu Rom.
- Wenn du nach weiteren Inspirationen für Italien suchst, lies auch unseren Artikel über Süditalien mit dem Wohnmobil – voller Eindrücke, Tipps und besonderer Orte abseits der großen Städte.

Auf der Suche nach Ausstattung für deinen nächsten Wohnmobil-Trip?
Transparenz: Einige Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du darüber buchst, erhalten wir eine kleine Provision – für dich bleibt der Preis gleich.


