Der Wohnmobil Frühjahrscheck gehört für mich jedes Jahr zum Saisonstart dazu. Wenn die Sonne wieder an Kraft gewinnt, die Vögel ihre Lieder anstimmen und der erste Blütenduft durch die Luft zieht, kribbelt es in den Fingern: Zeit, mein Wohnmobil aus dem Winterschlaf zu holen! Nach einigen Monaten Pause bereite ich Schritt für Schritt Laika auf die erste Tour vor. Dafür brauche ich durchaus einen ganzen Tag. Hier zeige ich dir, wie ich mein Wohnmobil nach der Winterpause wieder startklar mache. Mein persönlicher Frühjahrsputz im Wohnmobil folgt dabei immer dem gleichen Ablauf.

1. Der erste Eindruck zählt: Nase rein, Fenster auf!

Für meinen Wohnmobil Frühjahrscheck gehe ich jedes Jahr systematisch vor. Ich beginne nicht sofort mit Putzmitteln – zuerst kommt der Nasentest: riecht es muffig? Nach Feuchtigkeit? Ja? Dann heißt es: Ursache suchen! Ist alles in Ordnung, reiße ich erstmal alle Fenster, Dachluken und Türen auf und lasse den Wind durchs Fahrzeug fegen.

2. Außenreinigung: Weg mit dem Winterschmutz

Warum der Winter Spuren hinterlässt

Nach dem Winter geht es nicht nur um „Schmutz“. Auf der Außenhaut sitzen oft Streusalz, Feinstaub, Bremsabrieb, Vogelkot oder organische Rückstände von Blättern und Moos. Salz bindet Feuchtigkeit und hält sie auf der Oberfläche fest. Selbst kleine Steinschläge können dadurch anfangen zu rosten – oft unbemerkt unter dem Lack. Und alles zusammen ergibt diesen typischen grauen Winterfilm, der den Lack stumpf erscheinen lässt.

Schritt für Schritt reinigen

Auch wenn LKW-Waschanlagen Platz genug bieten für Wohnmobile, können bei der automatischen Reinigung in diesen Anlagen Kunststoffteile beschädigt werden. Ich habe Glück und eine LKW-Waschanlage gefunden, in der manuell gereinigt wird. Gehe für die Reinigung am besten systematisch vor:

  • Zuerst gründlich mit Hochdruck vorsprühen – achte auf Abstand zu Dichtungen, Fenstern und empfindlichen Aufbauten. Ein mobiler Hochdruckreiniger* kann hier eine Alternative sein – mit ausreichend Abstand zu Kunststoffteilen und Dichtungen.
  • Danach mit einem milden Autoshampoo reinigen, idealerweise von oben nach unten.
  • Anschließend alles sorgfältig nachspülen, damit keine Rückstände bleiben.
  • Wenn der Lack matt wirkt, kann eine leichte Politur helfen, die Oberfläche aufzufrischen. Eine anschließende Schutzwachsschicht reduziert das schnelle Anhaften von Schmutz und Feuchtigkeit.

Dach, Unterboden und sensible Bereiche prüfen

Dach, Radkästen, Übergänge und Anbauteile verdienen besondere Aufmerksamkeit. Genau dort sammeln sich über Monate Salzreste und Schmutz – und genau dort beginnen Schäden, wenn man sie übersieht. Wenn ich schon einmal rund ums Fahrzeug gehe, werfe ich auch einen Blick unter das Wohnmobil. Salzreste vom Winter setzen sich gern am Unterboden, an Achsen oder an tragenden Teilen fest. Ein kurzer Kontrollblick reicht oft schon, um Rostansätze frühzeitig zu erkennen. Bei Bedarf wird nachgereinigt oder konserviert. Für schwer erreichbare Stellen am Dach oder an der Markise kann eine Teleskop-Bürste* mit weichen Borsten hilfreich sein. So lassen sich empfindliche Oberflächen reinigen, ohne auf Leitern steigen zu müssen.

Solaranlage nicht vergessen

Da mein Wohnmobil eine Solaranlage auf dem Dach hat, schaue ich auch hier genau hin. Verschmutzte Module verlieren an Leistung. Ich prüfe, ob die Oberfläche sauber ist und reinige sie bei Bedarf vorsichtig mit Wasser und einem weichen Tuch. Keine harten Bürsten und kein Hochdruck direkt auf die Module. Gleichzeitig kontrolliere ich, ob Kabel und Halterungen fest sitzen.

Markise ausfahren und prüfen

Die Markise fahre ich einmal komplett aus. Der Stoff sollte trocken, sauber und frei von Stockflecken sein. Auch die Gelenkarme prüfe ich auf Leichtgängigkeit. Nach längerer Standzeit kann sich hier Schmutz sammeln, was zu kleinen Verkantungen führen kann.

Hartnäckige Verschmutzungen gezielt lösen

Für stärkere Verschmutzungen an Kunststoffteilen und Radkästen oder bei hartnäckigen Rückständen nutze ich einen Universalreiniger auf Naturbasis. Der Zielinsky Universalstein* ersetzt bei mir mehrere einzelne Reinigungsmittel, denn er kommt sowohl außen an Kunststoffteilen zum Einsatz als auch später in Küche und Bad. Gerade im Wohnmobil mag ich es unkompliziert – ein Produkt reicht und spart Platz.

wohnmobil fruehjahrscheck

3. Dichtungen & Fenster: Alles noch dicht?

Nach dem Winter schaue ich mir alle Dichtungen ganz genau an. Fenster- und Türdichtungen dürfen weder rissig noch spröde wirken. Gerade feine Brüche übersieht man schnell – und genau dort beginnt Feuchtigkeit, ihren Weg nach innen zu finden.

Auch Dachhauben, der Übergang vom Fahrerhaus zum Aufbau und sämtliche Staufächer bekommen einen prüfenden Blick. Wasserränder, Verfärbungen oder leicht gewellte Oberflächen sind Warnzeichen, die nicht ignoriert werden sollten.

Die Gummidichtungen behandle ich anschließend mit einem geeigneten Pflegemittel, zum Beispiel einem speziellen Gummi-Pflegestift*. Das hält das Material geschmeidig und beugt Versprödung vor – besonders nach kalten Monaten mit Frost und Temperaturschwankungen.

Und wenn mir ein muffiger Geruch auffällt, gehe ich der Ursache konsequent nach. Schon kleine, unbemerkte Undichtigkeiten können im Laufe der Zeit große Schäden anrichten.

4. Innenraum: Frühjahrsputz mit System

Nach außen kommt innen. Ich nehme mir bewusst Zeit, alles einmal gründlich durchzugehen.

Zuerst wird gelüftet. Frische Luft wirkt oft Wunder. Danach sauge ich gründlich durch, wische Böden und Oberflächen und klopfe Polster sowie Matratzen aus. Wenn nötig, reinige ich sie intensiver. Gerade Textilien speichern über den Winter Gerüche und Feuchtigkeit – das merkt man erst, wenn man sich bewusst damit beschäftigt.

Schubladen und Staufächer räume ich komplett aus. Geschirr wird kontrolliert, angebrochene Lebensmittel entsorgt, Kleinteile neu sortiert. In Küche und Bad greife ich wieder zum Zielinsky Universalstein*, den ich auch außen verwende.

Dann reinige ich den Kühlschrank und teste, ob er im Strom- und Gasbetrieb noch einwandfrei funktioniert.

Was auch gut dazu passt: ein „Pack-neu-ein“-Tag. Alles kommt einmal raus – und nur das, was ich wirklich brauche, darf wieder hinein. Das schafft Ordnung im Kopf und im Wohnmobil. Eine vollständige Übersicht meiner Grundausstattung findest du in meiner ausführlichen Wohnmobil-Packliste.

5. Technik-Check: Strom, Licht & Sicherheit

Bevor es wieder auf die Straße geht, nehme ich mir Zeit für einen gründlichen Technik-Check. Gerade nach einer längeren Winterpause lohnt sich ein genauer Blick – besonders, wenn größere Reisen geplant sind.

Ich kontrolliere Starter- und Bordbatterie und prüfe, ob sie sauber laden. Anschließend teste ich einmal alle Lichter – nicht nur das Abblendlicht, sondern auch Blinker, Rückleuchten und Bremslicht. Kleine Ausfälle übersieht man im Alltag schnell.

Auch die Scheibenwischer schaue ich mir an. Sind die Gummis porös oder ziehen Schlieren, werden sie ersetzt. Im Motorraum prüfe ich, ob sich über den Winter Tiere eingenistet haben oder ob irgendwo Flüssigkeiten ausgetreten sind.

Zum Abschluss kontrolliere ich alle wichtigen Füllstände: Öl, Kühlmittel, Bremsflüssigkeit und Scheibenreiniger. Ist noch Winterreiniger im Tank, stelle ich auf ein Sommermittel um – das schont die Anlage und sorgt für klare Sicht bei wärmeren Temperaturen.

6. Reifen & Bremsen: Kontakt zur Straße

Die erste Fahrt nach dem Winter führt ganz bewusst zur Tankstelle. Dort prüfe ich den Reifendruck und passe ihn an Gewicht und Beladung an. Gerade während einer längeren Standzeit verlieren Reifen oft etwas Luft – und ein korrekt eingestellter Druck ist bei einem Wohnmobil entscheidend für Fahrverhalten und Verschleiß.

Bei dieser ersten Strecke teste ich außerdem die Bremsen. Standzeiten können Flugrostspuren auf den Bremsscheiben hinterlassen, die sich meist nach wenigen Bremsvorgängen wieder freibremsen.

Die Profiltiefe kontrolliere ich ebenfalls. Gesetzlich ist weniger erlaubt, aber bei einem schweren Fahrzeug halte ich mindestens vier Millimeter für sinnvoll – besonders bei Nässe.

Ein Blick auf die DOT-Nummer verrät mir das Reifenalter. Auch wenn das Profil noch gut aussieht, altert Gummi. Spätestens nach sechs bis acht Jahren sollte man genauer hinschauen.

Nach längerer Standzeit können zudem sogenannte Standplatten entstehen – leichte Verformungen dort, wo der Reifen monatelang belastet war. Meist verschwinden sie nach einigen Kilometern, bei anhaltenden Vibrationen sollte das überprüft werden.

Zusätzlich achte ich auf kleine Risse in den Flanken, poröse Stellen oder eingeklemmte Steine im Profil. Es sind oft die Details, die später Probleme machen.

Frühjahrsputz Wohnmobil

7. Wasser marsch!

Das Wichtigste erledige ich bereits im Herbst: Ich entleere den Frischwassertank vollständig. Bleibt Wasser im System und friert, dehnt es sich aus – und im schlimmsten Fall entstehen Risse im Tank oder in den Leitungen. Deshalb leere ich den Warmwasserboiler und alle Leitungen und öffne alle Ventile.

Im Frühjahr schaue ich mir den Frischwassertank an. Vor der ersten Befüllung reinige ich ihn gründlich, denn während der kalten Monate können sich Ablagerungen oder Biofilme bilden – besonders, wenn Restfeuchtigkeit geblieben ist.

Danach lasse ich Wasser durch das gesamte System laufen – Küche, Bad, Dusche und auch durch den Warmwasserboiler. Das Wasser sollte klar laufen und neutral riechen. Die Pumpe wird dabei automatisch mitgetestet. Ich achte auf gleichmäßigen Druck und ungewöhnliche Geräusche. Tropft irgendwo etwas, suche ich sofort nach der Ursache. Kleine Undichtigkeiten werden sonst schnell zu größeren Problemen.

Auch der Abwassertank bekommt Aufmerksamkeit. Er wird kontrolliert und bei Bedarf gereinigt. Rückstände vom letzten Jahr müssen nicht mit in die neue Saison.

Wer einen Wasserfilter verbaut hat, sollte diesen auch prüfen und ggf. tauschen. Nach längerer Standzeit ist ein frischer Filter oft sinnvoll.

Erst wenn alles dicht, sauber und geruchsfrei ist, wird neu befüllt – und die Saison kann beginnen.

8. Gas & Sicherheit

Die Gasflaschen werden angeschlossen und die Leitungen auf Dichtigkeit kontrolliert. Ich achte darauf, dass die Anschlüsse sauber sitzen und nichts riecht oder zischt. Wer ganz sicher gehen möchte, arbeitet zusätzlich mit einem Lecksuchspray – kleine Undichtigkeiten lassen sich so schnell erkennen.

Anschließend teste ich alle Melder im Fahrzeug: Gaswarner, Kohlenmonoxidmelder und Rauchmelder. Funktionieren sie einwandfrei? Sind die Batterien noch in Ordnung? Gerade nach längerer Standzeit lohnt sich ein kurzer Funktionstest.

Auch die Notfallausrüstung schaue ich mir an. Erste-Hilfe-Set, Warndreieck und Warnwesten sollten vollständig und griffbereit sein. Abgelaufene Inhalte im Verbandkasten tausche ich aus.

Und dann ist da noch der Feuerlöscher. Ich prüfe, ob er noch funktionsfähig ist und ob das Prüfdatum aktuell ist. Ein kurzer Blick genügt – aber er kann im Ernstfall entscheidend sein.

9. Dokumente & Termine

Zuletzt prüfe ich noch, ob alle Termine aktuell sind. TÜV, HU, Gasprüfung und – falls vorgesehen – die Dichtigkeitsprüfung sollten noch gültig sein. Gerade nach der Winterpause lohnt sich ein kurzer Blick ins Serviceheft, damit unterwegs keine Überraschung wartet.

Auch die Unterlagen selbst schaue ich mir an. Fahrzeugschein, Versicherungsnachweis, Serviceheft und wichtige Dokumente gehören griffbereit ins Fahrzeug – nicht irgendwo in eine Schublade, die man im Ernstfall erst suchen muss.

Tipp: Von allen wichtigen Dokumenten sichere ich digitale Kopien und speichere sie zusätzlich offline auf dem Handy oder Tablet. So habe ich im Zweifel Zugriff – auch ohne Internet.

Fazit: Los geht’s – aber mit Plan

Mit einem strukturierten Wohnmobil Frühjahrscheck starte ich entspannter in die Saison – und weiß, dass Technik, Sicherheit und Wasseranlage bereit sind. Ich plane dafür einen Tag ein, mache mir Musik oder einen Podcast an. Ist alles erledigt, kann es losgehen. Welche Must-Haves wir dauerhaft im Fahrzeug haben, zeige ich dir in meinem Artikel über die 7 Must-Have Gadgets für 2026.

Wie machst du dein Wohnmobil frühlingsfit? Verrate deine besten Tipps in den Kommentaren!

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