Vier Tage in Florenz – und das, obwohl wir anfangs gar nicht geplant hatten, diese Stadt zu besuchen. Was uns überzeugt hat? Ein idealer Campingplatz, gut geplante Museumsbesuche und jede Menge Eigenheiten, die Florenz so besonders machen. In diesem Reisebericht teilen wir unsere Route, Erfahrungen und Tipps – inklusive praktischer Links, Stellplatzempfehlung und Buchtipps.
Unser Stellplatz: hu Firenze Camping in Town
Untergekommen sind wir auf dem Campingplatz hu Firenze Camping in Town – ein großer, gut ausgestatteter Platz am Stadtrand. Ganzjährig geöffnet, mit modernen Sanitäranlagen, kleinem Supermarkt, Restaurant und Swimmingpool. Dieser war bei unserem Besuch im November jedoch geschlossen. Der Platz ist ruhig, sauber und in der Nebensaison angenehm leer.
Tipp für Camper:
Der Platz liegt rund 4 Kilometer außerhalb der Altstadt, bietet aber einen Shuttlebus bis zur Piazza Francesco Ferrucci. Alternativ kann man dem Arno-Radweg folgen.
Unsere Buchtipps zu Florenz & Umgebung
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Ankommen, Stadtpanorama und erste Eindrücke
Der Shuttlebus bringt uns in die Stadt und wir laufen die letzten Meter bis zur Rampe del Poggi. Die Rampe entstand im späten 19. Jahrhundert, nachdem Florenz 1865 zur offiziellen Hauptstadt Italiens wurde. Sie ist nicht nur ein schöner Fußweg sondern stabilisiert gleichzeitig den Hügel auf dem der Piazzale Michelangelo liegt – ein beeindruckender Aussichtspunkt mit Blick über Florenz.
Der erste Blick hier oben fällt aber nicht auf die Stadt, sondern auf die Nachbildung des David von Michelangelo. Sie steht mitten auf dem Platz und beeindruckt mit seiner schieren Größe. 1873 wurde sie mit 9 Ochsengespannen an seine heutige Position transportiert. Erst danach genießen wir das vielleicht bekannteste Panorama von Florenz – über den Arno auf die Dächer der Stadt. Von hier sehen wir die Ponte Vecchio und die Uffizien und ein Stück entfernt davon die beeindruckende Kuppel des Dom. Über die Ponte Vecchio führt uns dann auch unser erster Spaziergang durch die Altstadt. Danach besuchen wir den Neptunbrunnen und die Piazza della Signoria.
Tipp für Camper:
Es ist sehr zu empfehlen, Tickets für die Museen und den Dom schon im voraus zu buchen. Auch in der Nebensaison. Buchungen sind zum Beispiel möglich über Florence Tickets oder GetYoutGuide.



Die Kuppel des Doms: 463 Stufen und ein Fresko
Dank unserer Vorreservierung haben wir einen festen Termin für die Besteigung des Doms. Wir nutzen die Zeit bis dahin, um durch die Straßen zu bummeln. Die hohen Häuser links und rechts lassen nur wenig Licht durch, und so wirken die Gassen auch zur Mittagszeit noch schattig und geheimnisvoll. Im Sommer sicher angenehm – heute unterstreicht es eher die November-Stimmung.
Ganz anders ist der Piazza Santa Croce, einer der großzügigsten und wichtigsten Plätze in der Altstadt. Hier steht die gleichnamige gotische Basilika, in der große Namen wie Michelangelo, Galileo Galilei und Machiavelli begraben liegen. Der Platz selbst ist ein Ort zum Durchatmen: weitläufig, offen und umgeben von historischen Adelspalästen der Renaissance.
Als wir uns in die Warteschlange zur Kuppel einreihen, wird schnell klar, warum der Besuch in Zeitfenstern organisiert wird: Der Aufstieg ist nichts für Unentschlossene – 463 Stufen, verteilt auf enge Wendeltreppen und Gänge zwischen der inneren und äußeren Kuppel. Und plötzlich öffnet sich ein schmaler Steg und führt ins Innere der Kuppel. Und wir stehen zwischen Himmel und Erde. Unter uns der beeindruckende Innenraum, über uns 4.000 m² Fresco zum jüngsten Gericht. Rund 700 Figuren, darunter Heilige, Engel und Verdammte sind zum Teil überlebensgroß abgebildet. Was von unten imposant erscheint, ist hier oben überwältigend.
Nach ein paar weiteren Treppenstufen erreichen wir die Aussichtsplattform der Kuppel. Von hier ist der Blick über Florenz atemberaubend: der Glockenturm des Doms, die roten Dächer und dahinter die sanften Hügel der Toskana.
Tipps zum Besuch des Doms:
- Eintritt in den Dom (Kathedrale) ist kostenlos.
- Für Baptisterium, Krypta, Dommuseum, Kuppel und Glockenturm braucht man ein kostenpflichtiges Ticket.
- In der Hochsaison sind Wartezeiten von 1–2 Stunden keine Seltenheit – Tickets daher besser vorab online buchen.
- Der Zugang zur Kuppel und zum Campanile ist nur zum gebuchten Zeitfenster möglich.
- Alle anderen Bereiche können innerhalb der regulären Öffnungszeiten besucht werden.



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David & Uffizien – Kunsthighlights im Herzen der Stadt
Am dritten Tag stellen wir den Wecker. Der Shuttlebus fährt um 10 Uhr, unser erstes Zeitfenster ist um 11 Uhr in der Galleria dell’Accademia. Wir kennen den Weg ungefähr, doch zwischen den engen Gassen mit wenig Sichtweite sind wir dankbar für die Navigation per Google Maps.
Michelangelos David steht sehr zentral und zieht die Blicke sofort beim eintreten auf sich. Es lohnt sich aber, den Figuren links und rechts des Ganges Aufmerksamkeit zu schenken. Es sind die „Gefangenen“ – Figuren, die sich scheinbar noch aus dem Stein befreien. Als wollten sie uns zeigen, wie sehr Kunst und Material miteinander ringen. Es heißt, Michelangelo habe sie deshalb bewusst unvollendet gelassen.
Dann nähern wir uns David. Mit seinen ist 5,17 Meter ist er an sich schon sehr beeindruckend. Die Vorstellung, dass er aus nur einem einzigen Marmorblock geschaffen wurde, zeigt die Vorstellungskraft Michelangelos. Diese Skulptur beeindruckt, selbst wenn man sie schon hundertmal auf Fotos gesehen hat.
Unser nächstes Ziel ist die Galleria degli Uffizi, das wohl bedeutendste Kunstmuseum Italiens. Der Bau selbst ist schon ein Kunstwerk: Ursprünglich als Verwaltungskomplex gedacht, wurde er später zur Schatzkammer der Medici-Sammlungen. In den nächsten drei Stunden verlieren wir uns in Räumen voller Meisterwerke: Botticellis „Geburt der Venus“, Tizians „Venus von Urbino“, Caravaggios „Medusa“ und zahllose weitere Werke der italienischen Renaissance. Selbst die Decken, Korridore und Statuen zwischen den Räumen erzählen Geschichten. Die Tribuna, ein achteckiger Raum mit der Venus von Medici in der Mitte, ist wie ein stilles Zentrum im Strudel der Eindrücke.
Tipps zum Museumsbesuch:
- In der Galleria dell’Accademia müssen Online-Tickets vor Ort in Eintrittskarten umgewandelt werden.
- Mindestens 3 Stunden Abstand zwischen Accademia und Uffizien einplanen – oder die Besuche auf zwei Tage verteilen.
- Die Uffizien sind sehr umfangreich – wer wirklich eintauchen will, sollte sich genug Zeit lassen.
- Unsere Pause verbrachten wir in der Osteria dell’Oca – gemütlich, authentisch, lecker



Unsere Tipps zusammengefasst
Buche die Tickets am besten vorab. Auch in der Nebensaison. So lässt es sich besser planen und du kommst sicher in die gewünschte Sehenswürdigkeit.
Campingplatz & Lage: hu Firenze Camping liegt stadtnah und bietet gute Anbindung über Shuttle oder Radweg.
Beste Reisezeit: Frühling & Herbst – angenehm und nicht zu überlaufen.
Unser Fazit: Florenz – eine Stadt, die sich lohnt
Wir kamen skeptisch, wir gingen begeistert. Florenz zeigt sich nicht sofort von seiner besten Seite – doch wer sich Zeit nimmt, genau hinsieht und sich auf Geschichte und Kunst einlässt, wird reich belohnt. Und mit dem Camper? Völlig stressfrei möglich – wenn man weiß, wie.

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