Rumänien mit dem Wohnmobil war eigentlich nur eine Etappe auf unserer Reise durch den Süden Europas. Doch auf das, was wir dann erlebten, waren wir nicht vorbereitet. Wir wussten nicht viel von dem Land, außer der Legende von Dracula und ein paar Vorurteilen aus den 1990ern. Und keines dieser Klischees hat sich erfüllt. Fast acht Wochen waren wir mit Laika dort unterwegs. Vom Schwarzen Meer über die Donau, die Karpaten und schließlich ins Banat. Wir haben viel Geschichte und Geschichten erlebt und uns kopfüber in dieses Land verliebt. Warum? Das erfährst du in diesem Beitrag.

Viele der rumänischen Naturwunder sind noch sehr urtümlich und nicht für den Tourismus erschlossen. Es gibt Pelikane im Donaudelta, Bären in den Karpaten, Schlamm spuckende Vulkane und Gletscher in Höhlen. Wir haben sehr oft frei gestanden und nur sechs Nächte auf Campingplätzen verbracht. Überall begegneten wir freundlichen Menschen, auch ohne gemeinsame Sprache.

Hier stellen wir dir die Regionen mit ihren Highlights vor, Routenvorschläge für zwei, drei und vier Wochen und Antworten auf Fragen wie Vignetten-Pflicht oder Verhalten gegenüber Bären. Willst du einen oder beide berühmten Pässe fahren, beachte, dass sie nur in den Sommermonaten geöffnet sind und auf der Transalpina zudem Fahrzeuge über 3,5 t nicht die ganze Strecke fahren dürfen. Und noch etwas solltest du beachten: Abseits der Hauptstraßen kommst du deutlich langsamer voran, als es das Navi verspricht.

Rumänien mit dem Wohnmobil auf einen Blick

  • Reisedauer: mindestens 2 Wochen, besser 3 oder 4. Dazu je rund 2 Tage An- und Abreise aus Deutschland
  • Beste Reisezeit: April bis Juni oder September/Oktober, außerhalb der rumänischen Sommerferien. Für die Pässe Mitte Juni bis Mitte September
  • Vignette: Pflicht, elektronisch: 6 € für 10 Tage, 9,50 € für 30 Tage*
  • Transalpina: nur bis 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht, nachts gesperrt*
  • Transfăgărășan: Hochabschnitt meist Mitte Juni bis ca. 20. Oktober, nur tagsüber*
  • Freistehen: weitgehend geduldet, verboten in Schutzgebieten wie dem Donaudelta*

*Recherchierter Stand: Oktober 2026

Die Regionen und ihre Highlights

Rumänien ist größer und vielfältiger, als wir dachten. Hier sind die Regionen in der Reihenfolge, in der wir sie bereist haben. Gibt es weitere Berichte dazu, sind sie an der entsprechenden Stelle verlinkt.

Donaudelta

Kurz vor dem Schwarzen Meer teilt sich die Donau in drei Hauptarme: den Chilia-Arm im Norden, der die Grenze zur Ukraine bildet und das meiste Wasser führt, den begradigten Sulina-Arm in der Mitte, auf dem die Schiffe fahren, und den Sfântu-Gheorghe-Arm im Süden. Dazwischen liegt ein Labyrinth aus Seitenarmen, Kanälen, Seen und Schilfinseln. Es ist das zweitgrößte Delta Europas, UNESCO-Welterbe und Biosphärenreservat. Über 300 Vogelarten leben hier, darunter große Pelikankolonien. Straßen gibt es kaum. Die Menschen leben in kleinen Fischerdörfern, viele davon sind nur mit dem Boot erreichbar. Selbst die Stadt Sulina am Meer hat keine Straßenanbindung.

Seerosen auf einem Seitenarm im Donaudelta
Seerosen im Donaudelta

  • Mit dem Wohnmobil kommst du nur an den Rand, zum Beispiel nach Tulcea, Murighiol oder Mahmudia. Ins Innere geht es nur mit dem Boot.
  • Übernachten: Rund um Murighiol und Mahmudia gibt es Campingplätze, Pensionen und Stellplätze bei den Einheimischen, die oft auch Bootstouren anbieten. Frei stehen ist im Reservat verboten.
  • Bootstour: Kurze Touren von 2–4 Stunden bleiben am Rand des Deltas. Wer tiefer hinein will, plant einen ganzen Tag ein oder übernachtet im Delta, zum Beispiel in Crișan oder Mila 23.
  • Genehmigung: Für den Zugang zum Reservat brauchst du ein Ticket. Es kostet etwa 1 € pro Person und Tag, Kinder und Rentner:innen sind frei. Du bekommst es online, per SMS oder in Tulcea.
  • Reisezeit: Für die Vögel sind Mai und Juni ideal, Pelikane siehst du von März bis Oktober.
  • Mücken: ab Mai/Juni, vor allem abends. Mückenschutz gehört ins Gepäck. Wer im April fährt, hat weniger Mücken und weniger Boote.

Das Donaudelta solltest du auf jeden Fall vom Wasser aus erkunden. Als Unterkunft empfehlen Nina und Dan vom Camping Dan Fisherman in Murighiol. Die beiden haben ihren Garten zu einem Campingplatz umgestaltet. Dan heißt nicht nur so, er ist auch Fischer. Während der Schonzeiten fährt er seine Gäste mit dem Boot durch die Kanäle voller Seerosen und Schilfrohr und auf einen Teil der Seen des Deltas. Vier Stunden waren wir unterwegs und haben nur einen winzig kleinen Teil davon erkundet. Neben einer Schar Pelikane haben wir zwei Seeadler gesehen. Laut Dan ein echter Glückstag, denn sie kommen erst langsam wieder ins Delta zurück.

Ankunft in Rumänien · Fahrt ins Donaudelta · Tulcea an der Donau

Schlammvulkane und Ewige Flamme

In der Gegend um Berca, nordöstlich von Bukarest, gibt es zwei Naturphänomene, die du in Europa kaum findest: Vulkane, die kalten Schlamm spucken, und Flammen, die fast ununterbrochen aus dem Boden züngeln. Beide entstehen durch Gas, das aus großer Tiefe aufsteigt. Bei den Schlammvulkanen vermischt es sich auf dem Weg nach oben mit Ton und Grundwasser und drückt kalten Schlamm an die Oberfläche. Bei der Ewigen Flamme entzündet es sich von selbst, sobald es aus der Erde tritt. Die beiden Orte liegen nur rund 50 km auseinander und lassen sich gut verbinden.

Kegel eines Schlammvulkans bei Berca
Schlammvulkane

Die Schlammvulkane verteilen sich auf zwei Felder, die großen Pâclele Mari und ein Stück weiter die kleinen Pâclele Mici. Die größten Kegel sind drei bis acht Meter hoch, und überall blubbert es gemütlich vor sich hin. Wähle am besten einen trockenen Tag, denn nach Regen wird es auf dem Plateau rutschig. Die sanften grünen Hügel ringsum haben uns an Hobbiton in Neuseeland erinnert. Übernachtet haben wir auf dem Parkplatz von Pâclele Mici – kostenlos und ganz allein. Wer lieber auf einem Campingplatz steht, findet einen direkt am Weg zwischen den beiden Feldern. Wir haben ihn aber nicht genutzt.

Der Weg zur Ewigen Flamme bei Terca ist dagegen nur etwas für kleine, robuste Wohnmobile. Die letzten 7 km führen über eine unbefestigte Piste, im Dorf geht es eng zwischen Gartenzäunen hindurch. Laika hat gerade so durchgepasst. Hinter den Häusern kommst du nur noch mit Allrad weiter – also geht es später denselben Weg zurück. Einen offiziellen Parkplatz gibt es nicht, wir haben einfach am Straßenrand geparkt. Vom Ort aus geht es erst über eine schmale Holzbrücke und dann ziemlich schnell ziemlich steil bergauf. Oben züngeln bei unserem Besuch auf wenigen Metern kleine Flammen aus Erdspalten. Bei entsprechenden Bedingungen können sie bis zu einem Meter hoch werden oder bei Regen sogar verlöschen und sich später wieder selbst entzünden.

7 Naturphänomene Rumäniens · Landidylle und Schlammvulkane · Die Ewige Flamme

Bukarest und Sinaia

Wir hatten für Bukarest zwei Tage, allein einen davon für den Parlamentspalast und die Viertel drumherum. Aber die Stadt hat mehr zu bieten. Wer gern Städte erkundet, kann locker länger bleiben. Das Wohnmobil lässt du am besten außerhalb stehen und fährst mit der Metro in die Stadt. Wir hatten das Glück, bei Freunden unterzukommen.

Empfehlen können wir eine Führung durch den Parlamentspalast, die Tickets kannst du online buchen. Steig am besten an der Metrostation Izvor aus. Der Besuchereingang liegt auf dieser Seite, auch wenn er nach Personaleingang aussieht. Wir sind erst die rund 900 Meter zum anderen Ende gelaufen und mussten dann zügig zurück. Die Führung dauert gut zwei Stunden. Dabei siehst du nur einen kleinen Teil des Gebäudes, aber der reicht, um die Dimension zu begreifen. Und er zeigt auch ein Rumänien, das unter dem Diktator Nicolae Ceaușescu heftig gelitten hat.

Parlamentspalast in Bukarest von außen
Parlamentspalast Bukarest

Danach lohnt sich ein Bummel durch das Lipscani-Viertel, den alten Teil der Altstadt. Der Name kommt von Leipzig, denn viele Händler hier stammten von dort. Bukarest kann laut sein, voller Autos und im Sommer heiß. Charakterlose Wohnblöcke stehen neben repräsentativen Häusern aus allen Epochen, ein bisschen Wien, ein bisschen Rom, ein bisschen Berlin. Das ist der Geschichte der Stadt geschuldet und einen gewissen Charme hat das schon. Uns hat das bisschen Stadt trotzdem gereicht.

Sinaia mit den Schlössern Peleș und Pelișor liegt ca. 140 km nördlich und passt gut auf den Weg nach Brașov. Parken mit dem Wohnmobil hat bei uns sogar an einem Samstag geklappt. Vom Parkplatz läufst du eine gute Viertelstunde. Wir haben mit dem kleineren Pelișor angefangen, einem Fachwerkschloss im Chalet-Stil, das Königin Marie zum großen Teil selbst eingerichtet hat. Es wirkt erstaunlich wohnlich, wir waren gut zwei Stunden drin. Komm früh, wenn du Peleș auch von innen sehen willst. Es liegt nur 300 Meter weiter, aber wir waren zu spät dran und haben nur den Schlosshof gesehen.

Parlamentspalast in Bukarest · Stadtbummel in Bukarest · Das rumänische Königshaus

Siebenbürgen

Plane für Siebenbürgen mindestens eine Woche, aber besser mehr ein. Hier liegen die sehenswerten Städte Brașov, Sibiu und Sighișoara und das Schloss Bran dicht beieinander.

In Sibiu lohnen sich die kleinen Gassen abseits vom Großen Ring, vor allem die Harteneckgasse mit den alten Wehrtürmen der Zünfte. Und über die Lügenbrücke sind wir gelaufen, ohne es zu merken. Kurz vor der Stadt liegt das Freilichtmuseum ASTRA, in dem man rund 400 Häuser aus ganz Rumänien in einem Park besichtigen kann. Plane dafür am besten ein paar Stunden ein. Parken kannst du direkt an der Schnellstraße daneben. Übernachten würden wir hier aber nicht. Auf halbem Weg zwischen Sibiu und Brașov liegt die Festung Făgăraș. Am Festungsgraben kannst du ruhig über Nacht stehen, das haben wir gemacht. Die Festung selbst war bei uns leider geschlossen, sie schließt um 18 Uhr und steht jetzt auf unserer Liste für den nächsten Besuch. Die Altstadt von Brașov wirkt eher wie eine gemütliche Kleinstadt als wie eine Großstadt. Schau dir hier die Schwarze Kirche an, die größte Kirche Rumäniens.

Strohgedeckte Häuser im Freilichtmuseum ASTRA bei Sibiu
Strohgedeckte Häuser im Freilichtmuseum ASTRA bei Sibiu

Von Brașov ist es nicht weit zum Schloss Bran. Wir haben es am frühen Nachmittag besucht, und der Andrang hielt sich in Grenzen. Der Parkplatz am Schloss ist relativ klein, wir haben einen Platz abseits der Hauptstraße gefunden. Wer ein Schloss im Dracula-Stil erwartet, könnte enttäuscht werden. Sein Mythos ist zwar auch Teil der Ausstellung, aber der Fokus liegt auf dem Leben und Wirken der rumänischen Königsfamilie.

Auf dem Weg zum St.-Ana-See liegt die Burg Rupea auf einem Basaltkegel. Wir haben auf dem Besucherparkplatz übernachtet und sind am Morgen gut zweieinhalb Stunden durch die Ruine gebummelt. Wenn du Bären sehen willst, empfehlen wir das Camp am St.-Ana-See, die Cabana Turistică Lac Sfânta Ana. Das Camp ist umzäunt, Ranger kümmern sich um die Gäste, und nachts passen Hütehunde auf. Wir hatten eine Bärin mit zwei Jungen direkt vor dem Zaun. Wichtig: Um 17:30 Uhr musst du zurück sein, danach wird das Tor abgeschlossen. Der See selbst ist der einzige Vulkansee Rumäniens, der Rundweg ist nur knapp zwei Kilometer lang.

Marktplatz von Sighișoara mit dem Stundturm
Marktplatz von Sighișoara mit dem Stundturm

In Sighișoara (Schäßburg) gibt es einen großen Parkplatz direkt unterhalb der Altstadt, auf dem du laut Park4Night auch über Nacht stehen kannst. Außerhalb der Stadt liegt außerdem ein Campingplatz, den wir aber nicht genutzt haben. Sighișoara wurde im 12. Jahrhundert durch die Siebenbürger Sachsen gegründet. Sie gilt als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Europas und ist seit 1999 UNESCO-Weltkulturerbe. In einem der Häuser soll Vlad III. geboren sein, das historische Vorbild für Dracula. Die Uhr des Stundturms aus dem 14. Jahrhundert läuft noch heute. Über 175 Stufen führt die überdachte Schülertreppe hinauf zur Bergkirche, dem höchsten Punkt der Altstadt. Auf dem Friedhof daneben stehen Namen wie Weber oder Keller auf den Grabsteinen. Hier haben wir die siebenbürgische Geschichte zum ersten Mal wirklich gespürt.

Siebenbürgen mit dem Wohnmobil · Sibiu · Freilichtmuseum ASTRA · Abtei Kerz und Festung Făgăraș · Brașov · Schloss Bran · Burg Rupea · Bären am Lake St. Ana · Sighișoara · Die Pyramiden von Șona

Transalpina und Transfăgărășan

Wenn es zeitlich passt, fahr beide Hochstraßen. Sie sind sehr unterschiedlich. Die Transfăgărășan (Transfagarasch) ist bekannter und voller. Hier sind uns drei Bären begegnet. Oben auf dem Pass findest du kaum einen Platz zum Stehen, deshalb sind wir für die Nacht ins Tal gefahren. Auf der Transalpina dagegen standen wir zwei Nächte allein auf einem Plateau. Die Straße ist nachts gesperrt, dann ist es oben völlig still. Wichtig: Auf die Transalpina dürfen nur Fahrzeuge bis 3,5 t.

Serpentinen der Passstraße Transfăgărășan
Serpentinen der Transfăgărășan

Auf der Transfăgărășan rechnest du am besten hinter jeder Kurve mit einem Bären. Den ersten, einen noch jungen Bären, sahen wir an einer Haltenische, umringt von parkenden Autos und Motorrädern. Kurz danach stand ein ausgewachsener Bär auf der Begrenzungsmauer am Straßenrand und noch ein Stück weiter oben stapfte ein dritter gemächlich über die Fahrbahn. Haltebuchten, um die Aussicht zu genießen, gibt es oben nur wenige, und die meisten waren schon besetzt. Für die Nacht haben wir einen Platz am Fluss unten im Tal gefunden, mit Blick auf das Făgăraș-Gebirge. An dessen Südrampe liegt die Burg Poenari, die als echte Dracula-Burg gilt. Vlad III., das historische Vorbild für Dracula, soll hier eine Zeit lang gelebt haben. Über 1.400 Stufen führen zur Burg hinauf, 2022 war sie allerdings wegen Sanierung geschlossen.

Für die Transalpina nimm dir mindestens eine Nacht Zeit. Von Norden kommst du über Sebeș, nach rund 70 km liegt das Kloster Oașa am Stausee. Dort haben wir die erste Nacht gegenüber der Pforte gestanden. Die Glocken läuten stündlich, nachts zum Glück nicht. Oben auf dem Plateau sind tagsüber viele Motorräder unterwegs, abends wird es still. Wir haben zugeschaut, wie zwei Hütehunde die Schafherde vom Berg gegenüber ins Gatter trieben. Am nächsten Morgen verteilten sich die Schafe wieder wie Konfetti auf dem Berg. Bergab dienen oft nur gestapelte Betonklötze als Leitplanke. Deine Bremsen sollten in Ordnung sein.

Welcher Pass besser zu dir passt, wann sie offen sind und wo du stehen kannst, steht in unserem Vergleich: Transfăgărășan oder Transalpina – der Wohnmobil-Vergleich.

Hochstraße Transfăgărășan: 2.042 Meter über dem Meer · Transalpina: zwei Nächte Freistehen mit dem Wohnmobil

Moldau und Bukowina

Im Nordosten Rumäniens, zwischen den Ostkarpaten und der Grenze zur Ukraine, liegen die Region Moldau und die Bukowina. Nicht zu verwechseln mit dem Nachbarland Republik Moldau. Hier erwarten dich eine der eindrucksvollsten Schluchten des Landes, ein großer Stausee in den Bergen und Klöster, deren Außenwände von oben bis unten bemalt sind.

Die Bicaz-Klamm hat der kleine Fluss Bicaz in die Felsen gegraben. Rund zehn Kilometer windet sich an seinem Ufer eine Straße durch die Schlucht, zwischen Felswänden, die teils über 100 Meter hoch sind. Fahr sie besser unter der Woche. An einem Samstag in den rumänischen Sommerferien war sie völlig überfüllt und an jeder Haltebucht standen Verkaufsstände. Wir haben genau einmal eine Lücke zum Anhalten gefunden. Hinter der Klamm wird es ruhiger. Am Bicaz-Stausee, dem größten Stausee, der mit seiner gesamten Fläche in Rumänien liegt, gibt es Aussichtspunkte und Plätze für die Nacht. Wir standen versteckt in einer Flussaue bei Poiana Teiului und am Lacul Bâtca Doamnei.

Bemaltes Kloster Sucevița in der Bukowina
Bemaltes Kloster Sucevița in der Bukowina

Weiter nördlich lohnen sich die Klöster Neamț und die Einsiedelei Vovidenia. Mehrfach haben wir Parkplätze von Klöstern als Übernachtungsplatz gefunden, zum Beispiel an der Einsiedelei Vovidenia. Vergiss aber nicht, vorher zu fragen. Dort gab es sogar eine Trinkwasserquelle.

Auch für Sucevița lohnt sich der Weg in die Bukowina. Es ist eines der acht Moldauklöster auf der UNESCO-Welterbeliste und das einzige, dessen Wandmalereien innen und außen fast vollständig erhalten sind. Die Farben sind über 400 Jahre alt, und wie sie gemischt wurden, weiß bis heute niemand. Wir haben auf dem Camping Cristal im Ort gestanden und waren dort die einzigen Gäste.

Unbekanntes Rumänien: Maramureș, Bukowina & Banat · Bicaz-Klamm und Flussaue · Die bunten Kirchen der Moldova

Maramureș

Ganz im Norden, an der Grenze zur Ukraine, liegt die Maramureș. Die Region ist bekannt für ihre hohen Holzkirchen, die kunstvoll geschnitzten Tore vor den Höfen und eine der letzten Waldbahnen Europas, die noch im Betrieb ist . Sie fährt Ausflügler tief hinein in die Karpaten.

Für einen Ausflug mit der Wassertalbahn Mocănița solltest du früh am Bahnhof in Vișeu de Sus sein. In den Ferien ist der große Parkplatz schnell voll. Wir haben die Nacht davor am Kloster Moisei verbracht, gut 30 Minuten entfernt. Das Ticket kaufst du vor Ort, ein Essen unterwegs ist inklusive. Die Dampflok fährt mit 10 bis 15 km/h durch die Wälder, bis zum Umkehrbahnhof Paltin dauert es etwa zwei Stunden. Dort hast du rund eine Stunde Pause. Erwarte keine Waldesruhe: Bei uns gab es Volksmusik, Tanz in Tracht und Schlangen an den Essensbuden. Wir haben uns mit unserem Essen ans Flussufer verkrümelt.

Holzkirchen des Klosters Bârsana in der Maramureș
Klosteranlage Bârsana

Plane danach noch Zeit für Bârsana ein. Der Klosterparkplatz hat eine ordentliche Schräglage, nichts für unseren Hausstand. Wir haben stattdessen ruhig auf dem Parkplatz einer Waschanlage im Ort übernachtet und Laika am Morgen gegenüber dem Kloster an der Straße abgestellt. Die Anlage wurde in den 1980er Jahren im alten Holzbaustil der Maramureș gebaut, an einem Ort, an dem schon seit dem 14. Jahrhundert eine Holzkirche stand. Ihre Kirche ist mit 57 Metern eine der höchsten Holzkirchen des Landes. Innen erzählen Schnitzereien, Ikonen und Fresken in Rot, Blau und Grün biblische Geschichten. Rundherum verteilen sich zwölf weitere Gebäude, darunter ein Museum, Gästehäuser und ein Sommeraltar, dazwischen blüht es überall.

Das eigentliche UNESCO-Welterbe übersehen viele: die kleine Holzkirche Notre-Dame de Bârsana, fünf Kilometer entfernt. Sie wurde 1711 als Dank dafür gebaut, dass der Ort von der großen Pest im Jahr zuvor verschont blieb. Danach ist sie zweimal umgezogen. Eine Zeit lang stand sie genau dort, wo heute die große Klosterkirche steht, seit 1795 steht sie auf einer Wiese etwas außerhalb. Dort steht sie bis heute allein zwischen Heuhaufen, nur ein paar alte Kreuze erinnern an den Friedhof, der sie einmal umgab. Außer uns war niemand da, nur eine Frau, die uns voller Leidenschaft alles über die Kirche erzählte. Der kleine Innenraum ist komplett mit Fresken bemalt, sie gehören zu den schönsten barocken Wandmalereien der Maramureș. Seit 1999 gehört die Kirche mit sieben weiteren Holzkirchen der Region zum UNESCO-Welterbe. Nimm dir die Zeit für den Abstecher. Hier bekommst du das, was viele an der großen Anlage suchen und dort zwischen den Reisebussen nicht finden.

Mit dem Zug durch die Karpaten · Die Holzkirchen von Bârsana

Apuseni-Gebirge

Das Apuseni-Gebirge liegt ganz im Westen Rumäniens und ist für viele die erste Station nach der Einreise über Oradea. Es ist eine ruhige Gegend mit Wäldern, Weiden und verstreuten Höfen, ideal zum Freistehen. Unter der Erde verstecken sich Höhlen, die bekannteste ist die Eishöhle Scărișoara. Am östlichen Rand liegen die Salzmine von Turda, die Schlucht Cheile Turzii und die Festungsstadt Alba Iulia.

Wohnmobil frei stehend am Kloster Râșca im Apuseni-Gebirge
Freistehen am Kloster Râșca im Apuseni-Gebirge

Am Kloster Râșca Transilvană standen wir zwei Tage, nur Pferde und Kühe in der Nähe. Die Kühe weiden hier ohne Zaun und gehen abends von selbst nach Hause. Ein vorbeifahrendes Auto war für uns schon eine kleine Sensation. Die Eishöhle Scărișoara besichtigst du nur mit Führung. Es geht 450 Stufen hinab auf einen unterirdischen Gletscher, nimm eine warme Jacke mit. Das Eis ist bis zu 26 Meter dick und bis zu 3.500 Jahre alt. Im Sommer ist viel los, der Parkplatz auf der Wiese davor füllt sich schnell. Am späten Nachmittag stand Laika dort fast allein.

In der Salzmine Salina Turda ist es das ganze Jahr 10 bis 12 °C kalt. Rechne mit Andrang: Am Aufzug sollten wir 40 bis 60 Minuten warten und haben lieber die 172 Stufen genommen. Unten stehst du in einem Stollen, 120 Meter unter der Erde, mit Riesenrad, Minigolf und Ruderbooten auf einem unterirdischen See. Das ist eher Freizeitpark als Bergwerk. Für die Stimmung von früher lohnt sich die kleine Führung durch die Mine Ghizela, die kaum jemand bucht. Wir waren insgesamt drei Stunden unten. 2022 haben wir noch auf dem Parkplatz der Mine übernachtet. Heute ist er ein Tagesparkplatz (10 Lei pro Stunde). Für die Nacht findest du bei Park4Night Plätze in der Nähe.

Salzmine Salina Turda in Rumänien
In der Salzmine Salina Turda

Für einen Waschtag eignet sich der Campingplatz an der Schlucht Cheile Turzii, ca. 15 km entfernt. Wir sind dort zwei Nächte geblieben. Vom Platz läufst du direkt in die Schlucht, rund drei Kilometer bis zum Ende und denselben Weg zurück. Der Weg ist einfach, aber schmal und teils abschüssig, also zieh feste Schuhe an. Wer mag, saust oberhalb des Campingplatzes an einer Zipline über das Tal. Silke hat sich getraut, ich habe von unten zugeschaut. In Alba Iulia parkst du direkt an der Festungsmauer, unter der Woche kostenlos. Einmal rund um die sternförmige Festung sind es 2,7 Kilometer. Rund 15 km weiter liegt die rote Schlucht Râpa Roșie, wo wir auf der Wiese vor den Felsen übernachtet haben.

Eishöhle Scărișoara · Salina Turda · Cheile Turzii · Alba Iulia und die rote Schlucht

Banat und Donau

Im Südwesten Rumäniens liegt das Banat, eine historische Region, die sich heute auf Rumänien, Serbien und ein kleines Stück Ungarn verteilt. Der rumänische Teil ist ländlich und still, mit kleinen Dörfern, in denen die Zeit stehen geblieben scheint. Im Süden bildet die Donau die Grenze zu Serbien und bricht am Eisernen Tor durch die Karpaten.

Für das Banat brauchst du ein kompaktes Wohnmobil. Die Dorfstraßen sind schmale Teerstreifen mit breiten Betongräben, Parken wird zur Präzisionsarbeit. Prüf vorher, ob die Wassermühlen von Rudăria geöffnet sind. Bei uns war alles verschlossen. 22 kleine Mühlen stehen am Flüsschen Rudărica, die ältesten sind aus dem 18. Jahrhundert. Es ist das größte noch funktionierende Ensemble dieser Art in Europa. Nicht weit davon haben wir einsam an einem Fluss im Wald übernachtet. In der Sommerhitze war der Schatten ein Geschenk.

Recherchierter Stand: Oktober 2026. Eine eigene Website der Mühlen gibt es nicht. Das Dorfmuseum in Eftimie Murgu weist den Weg zu den Mühlen und ist telefonisch erreichbar.

Verziertes Haus an einer Dorfstraße im Banat
Verziertes Haus an einer Dorfstraße im Banat

Auf dem Weg von der Transalpina ins Banat kommst du durch Herkulesbad. Die Thermalquellen nutzten schon die Römer, die prächtigen Barockbäder aus der k.u.k.-Zeit verfallen heute. Uns hat der Ort nicht angesprochen, wir sind durchgefahren. Kurz vor der Donau haben wir noch eine Nacht an der Nera gestanden. Im Hochsommer war sie flach und warm, aber Gänse, Schafe und ein neugieriger Esel haben uns gut unterhalten.

Zum Abschluss empfehlen wir eine Bootsfahrt durch das Eiserne Tor, wo die Donau die Karpaten durchbricht. Unterwegs siehst du das 55 m hohe Felsgesicht des Decebalus und das Kloster Mraconia. Unser Boot hat auch kurz am serbischen Ufer gehalten, an der römischen Inschrift Tabula Traiana. Wir haben die Tour über den Campingplatz Mala in Lescovița gebucht, die Abholung war inklusive. Der Platz hat einen Pool, und wir haben die Gelegenheit für Wäsche und einen Großputz genutzt.

Über Herkulesbad zu den Wassermühlen von Rudăria · Zurück an die Donau

Noch auf unserer Liste

Ein paar Orte haben wir 2022 nicht geschafft. Sie stehen für die nächste Reise auf der Liste:

  • der Fröhliche Friedhof von Săpânța in der Maramureș
  • der Rote See (Lacu Roșu) bei der Bicaz-Klamm
  • die Kirchenburg Biertan in Siebenbürgen
  • die Burg Corvin in Hunedoara
  • die Wassermühlen von Rudăria, diesmal hoffentlich offen
  • Burg Poenari
  • Festung Fagaras in

Routen für 2, 3 und 4 Wochen

Wir waren vom 4. Juni bis 26. Juli 2022 unterwegs, einmal gegen den Uhrzeigersinn durchs ganze Land. So viel Zeit hat nicht jeder. Deshalb haben wir aus unserer Route drei Pakete geschnürt für die Anreise mit dem eigenen Wohnmobil aus Deutschland über Österreich und Ungarn.

Anreise aus Deutschland

Der schnellste Weg führt über Wien und Budapest zu den Grenzübergängen Nădlac bei Arad oder Borș bei Oradea. Ab München sind das knapp 1.000 km, ab Frankfurt ca. 1.300 km. Für die Routen mit Start im Apuseni-Gebirge liegt Oradea günstiger, für das Banat Arad. Plane für jede Richtung zwei Fahrtage ein.

Für Österreich und Ungarn brauchst du je eine eigene Vignette. In Österreich kostet die 10-Tages-Vignette 12,80 € (oesterreich.gv.at). In Ungarn kostet die E-Vignette der Kategorie D1 für 10 Tage 6.900 HUF, das sind ca. 19 € (ADAC). Wohnmobile über 3,5 t brauchen in Ungarn seit 2026 die Kategorie D2, in Österreich zahlen sie streckenabhängige Maut mit der GO-Box.
Recherchierter Stand: Oktober 2026

In Rumänien selbst kommst du manchmal langsamer voran, als das Navi verspricht. Für knapp 50 km zur Ewigen Flamme haben wir mehrere Stunden gebraucht. Rechne abseits der Autobahn mit einem Schnitt von ca. 50 km/h. Plane lieber kurze Etappen von rund 100 km am Tag und einen Pausentag pro Woche.

2 Wochen: Westen, Siebenbürgen und die Pässe

Karte der 2-Wochen-Route durch Rumänien mit dem Wohnmobil: von Oradea über die Eishöhle Scărișoara, Turda und Alba Iulia über Transalpina und Transfăgărășan nach Sibiu

Rund 10 Tage vor Ort. Diese Route geht nur, wenn beide Pässe offen sind, also etwa von Mitte Juni bis Mitte September.

  1. Oradea → Apuseni-Gebirge (ca. 170 km)
    Eishöhle Scărișoara und Freistehen am Kloster Râșca. Mehr dazu: Eishöhle Scărișoara
  2. → Turda (ca. 85 km)
    Salzmine Salina Turda und Wandern in der Cheile Turzii. Mehr dazu: Salina Turda, Cheile Turzii
  3. → Alba Iulia (ca. 125 km)
    Festung Alba Carolina und die rote Schlucht Râpa Roșie. Mehr dazu: Alba Iulia und die rote Schlucht
  4. Transalpina, Nord → Süd (ca. 150 km)
    Kloster Oașa und Freistehen auf dem Plateau. Mehr dazu: Transfăgărășan oder Transalpina?
  5. Transfăgărășan, Süd → Nord (ca. 250 km)
    Bâlea-See, und mit etwas Glück siehst du Bären. Mehr dazu: Transfăgărășan oder Transalpina?
  6. Sibiu → Rückweg nach Westen (ca. 70 km + Rückweg)
    Altstadt und Freilichtmuseum ASTRA. Mehr dazu: Siebenbürgen mit dem Wohnmobil

Pausentag: zum Beispiel am Campingplatz in der Cheile Turzii (Wäsche, Strom, Wandern).
Außerhalb der Pass-Saison: Tausche die beiden Pässe gegen Brașov, Bran und Sighișoara.

3 Wochen: plus Brașov, Bären und der Norden

Karte der 3-Wochen-Route durch Rumänien mit dem Wohnmobil: über Sibiu, Brașov, Bran, den St.-Ana-See und Sighișoara in die Bukowina und Maramureș

Rund 17 Tage vor Ort. Du startest wie bei 2 Wochen und fährst dann einen Bogen durch den Norden. Die Ausreise ist im Norden Richtung Ungarn.

  1. Oradea → Sibiu
    Etappen 1 bis 5 wie bei der 2-Wochen-Route: Apuseni-Gebirge, Turda, Alba Iulia und beide Pässe.
  2. Făgăraș → Brașov (ca. 140 km)
    Festung Făgăraș und die Altstadt von Brașov. Mehr dazu: Siebenbürgen mit dem Wohnmobil
  3. → Bran (ca. 30 km)
    Schloss Bran. Mehr dazu: Dracula-Schloss Bran
  4. Rupea → St.-Ana-See (ca. 190 km)
    Burg Rupea und Bärenbeobachtung im umzäunten Camp. Mehr dazu: Bären am Lake St. Ana
  5. → Sighișoara (ca. 120 km)
    Die mittelalterliche Altstadt. Mehr dazu: Sighișoara
  6. Bicaz → Moldau und Bukowina (ca. 350 km)
    Bicaz-Klamm und die Klöster Neamț und Sucevița. Mehr dazu: Unbekanntes Rumänien
  7. Maramureș → Ausreise (ca. 340 km)
    Wassertalbahn und die Holzkirchen von Bârsana. Mehr dazu: Unbekanntes Rumänien

Pausentag: zum Beispiel am St.-Ana-See.

4 Wochen: das ganze Land

Karte der 4-Wochen-Route durch Rumänien mit dem Wohnmobil: vom Banat über beide Pässe, Bukarest, das Donaudelta und Berca bis in den Norden

Rund 24 Tage vor Ort. Das ist unsere Route, nur gestrafft. Du fährst im Westen ein und im Norden wieder aus.

  1. Arad → Banat und Donau (ca. 320 km)
    Wassermühlen von Rudăria und Bootstour durchs Eiserne Tor. Mehr dazu: Wassermühlen von Rudăria, Zurück an die Donau
  2. Transalpina, Süd → Nord (ca. 330 km)
    Freistehen auf dem Plateau und Kloster Oașa. Mehr dazu: Transfăgărășan oder Transalpina?
  3. Alba Iulia → Sibiu (ca. 100 km)
    Rote Schlucht Râpa Roșie und Freilichtmuseum ASTRA. Mehr dazu: Siebenbürgen mit dem Wohnmobil
  4. Transfăgărășan, Nord → Süd (ca. 140 km)
    Bâlea-See. Mehr dazu: Transfăgărășan oder Transalpina?
  5. → Bukarest (ca. 150 km)
    Parlamentspalast und Altstadt. Mehr dazu: Stadtbummel in Bukarest
  6. → Donaudelta (ca. 320 km)
    Bootstour ab Murighiol. Mehr dazu: Fahrt ins Donaudelta
  7. → Berca (ca. 280 km)
    Schlammvulkane und die Ewige Flamme. Mehr dazu: 7 Naturphänomene Rumäniens
  8. Sinaia → Brașov → Bran (ca. 250 km)
    Schlösser Peleș und Pelișor, Altstadt Brașov und Schloss Bran. Mehr dazu: Das rumänische Königshaus
  9. Rupea → Maramureș → Ausreise
    Ab hier wie die 3-Wochen-Route ab Etappe 4: St.-Ana-See, Sighișoara, Bicaz und Bukowina, Maramureș.

Pausentage: zum Beispiel im Donaudelta und am St.-Ana-See.

Die Kilometer sind grob geschätzt.

Lieber in der Gruppe?

Wer Rumänien zum ersten Mal nicht allein fahren möchte, findet bei Mario von Hinterm Horizont rechts eine geführte Wohnmobilreise durch Rumänien. 20 Tage, höchstens 7 Wohnmobile, und jeder fährt in seinem eigenen Tempo. Die Route kennt er aus eigenen Fahrten. Das Apuseni-Gebirge und Turda sind in seiner Tour allerdings nicht dabei. Recherchierter Stand: Oktober 2026.

Planung und Praxis

Die Fakten in diesem Abschnitt haben wir im Oktober 2026 recherchiert. Darunter steht jeweils, was wir selbst erlebt haben.

Einreise und Grenze

Recherchierter Stand: Oktober 2026. Rumänien ist seit dem 1. Januar 2025 voll im Schengen-Raum. Feste Grenzkontrollen gibt es nicht mehr, Stichproben sind aber möglich. Halte Ausweis, Führerschein und Fahrzeugschein griffbereit. Die Internationale Versicherungskarte wird empfohlen. (Quelle: ADAC)

Vignette (Rovinieta)

Recherchierter Stand: Oktober 2026. Für alle Straßen außerhalb der Orte brauchst du die elektronische Vignette. Sie wird über dein Kennzeichen per Kamera kontrolliert, einen Aufkleber gibt es nicht. Seit dem 1. Oktober 2026 kaufst du sie über das neue System TollRo (portal.etoll.ro oder App), an der Grenze oder an Tankstellen. Bewahre die Quittung auf.

Preise für Wohnmobile bis 3,5 t:

  • 10 Tage: 6,00 €
  • 30 Tage: 9,50 €
  • 60 Tage: 15,00 €
  • 12 Monate: 50,00 €

Dazu kommt Brückenmaut, zum Beispiel 19 RON an der Donaubrücke Fetești–Cernavodă auf dem Weg ans Schwarze Meer. (Quellen: ADAC, Europamaut)

Was gilt mit 3,5 t und darüber?

Für Rumänien empfehlen wir ein Wohnmobil bis 3,5 t, gern auch kleiner. Unsere Laika hat genau 3,5 t, und an mehreren Stellen war das die Grenze. Auf der Piste zur Ewigen Flamme hätte ein etwas größeres Fahrzeug nicht mehr durchgepasst. In der Bicaz-Klamm hätte ein größeres Wohnmobil kaum eine Chance gehabt. Und in den Dörfern im Banat war Parken Zentimeterarbeit.

Wohnmobil mit 3,5 t auf einer Campingwiese in Rumänien
Unsere Laika hat genau 3,5 t

Recherchierter Stand: Oktober 2026.

  • Transalpina: Auf dem Hochabschnitt zwischen Rânca und Curpăt sind nur Fahrzeuge bis 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht erlaubt. Maßgeblich ist der Fahrzeugschein, nicht die Beladung. (Quelle: Infotrafic/CNAIR, Mai 2026)
  • Transfăgărășan: Hier gibt es 2026 keine Gewichtsgrenze. Eng wird es trotzdem: viele unübersichtliche Kurven, Steigungen und Tunnel.
  • Vignette und Maut: Wohnmobile benötigen laut ADAC unabhängig vom Gewicht die Pkw-Vignette. Güterfahrzeuge über 3,5 t zahlen seit Oktober 2026 eine streckenabhängige Maut. Ist dein Wohnmobil schwerer als 3,5 t, prüfe das vor der Reise bei CNAIR.
  • Tempo: 50 km/h innerorts, 80 außerorts, 90 auf Schnellstraßen, 110 auf der Autobahn. Das gilt für Wohnmobile unter und über 3,5 t.

Straßen und Fahren

Rechne abseits der Hauptstraßen mit Staub, Schlaglöchern und Schotterpisten. Pferdekarren, Kühe und Hunde auf der Fahrbahn sind normal. Lass dein Fahrzeug vor der Reise checken. Unsere Werkstatt in Brașov hat uns wegen des Staubs einen Ölwechsel alle 15.000 km empfohlen.

Unbefestigte Piste zur Ewigen Flamme bei Terca
Unbefestigte Piste zur Ewigen Flamme bei Terca

Recherchierter Stand: Oktober 2026. Es gilt 0,0 Promille. Außerorts ist Abblendlicht auch am Tag Pflicht. Mitführen musst du einen Feuerlöscher und zwei Warndreiecke. Über 3,5 t ist außerdem eine Warnweste Pflicht. (Quelle: ADAC)

Beste Reisezeit und Öffnungszeiten der Pässe

Rumänien kannst du eigentlich das ganze Jahr über bereisen, es kommt darauf an, was du vorhast. Ich würde Frühling und Herbst wählen, also April bis Juni oder September und Oktober. Wenn du die Pässe fahren willst, plane nicht vor Mitte Juni. 2022 lag auf der Transfăgărășan bis Mitte Juni Schnee, und als wir am 23. Juni oben waren, war die Straße erst wenige Tage offen. Meide wenn möglich die rumänischen Sommerferien im Juli und August. Dann sind die Parkplätze an den großen Sehenswürdigkeiten voll. Im Juli 2022 war es außerdem sehr heiß und trocken, viele Quellen waren versiegt.
Recherchierter Stand: Oktober 2026.

Transalpina (DN67C)

  • Geöffnet 2026: seit 29. Mai
  • Befahrbar: bis 30.6. von 9–20 Uhr, im Juli und August von 7–21 Uhr, ab Ende September von 9–18 Uhr, nachts gesperrt
  • Gewicht: max. 3,5 t
  • Schließung: ab 20. Oktober möglich, je nach Wetter

Transfăgărășan (DN7C)

  • Geöffnet 2026: seit 12. Juni
  • Befahrbar: 7–21 Uhr, nachts gesperrt
  • Gewicht: keine Grenze
  • Schließung: ab 20. Oktober möglich, je nach Wetter

Die Termine für 2027 stehen noch nicht fest. Die Wiedereröffnung lag in den letzten Jahren zwischen Anfang Juni und Anfang Juli. Den aktuellen Stand findest du bei der Straßenbehörde CNAIR unter andnet.ro/dispecerat. (Quellen: CNAIR, Infotrafic)

Übernachten: Camping, Stellplätze, Freistehen

In Rumänien kannst du gut ohne Campingplätze auskommen. Wir haben in 7,5 Wochen nur sechs Nächte auf einem Campingplatz verbracht. Rund 20 Nächte standen wir frei, auf Wiesen, an Flüssen und auf Parkplätzen von Burgen und Sehenswürdigkeiten. Viermal durften wir bei einem Kloster stehen. Die meisten Plätze haben wir über Park4Night gefunden.

Wohnmobile bei Sonnenuntergang auf dem Parkplatz der Burg Rupea
Übernachtung auf dem Parkplatz der Burg Rupea

Hör bei der Platzwahl auf dein Bauchgefühl. An der Donau bei Hârșova haben wir einen Platz wieder verlassen, weil wir uns beobachtet fühlten. Wenn Menschen in der Nähe sind, frag kurz nach, notfalls mit Händen und Füßen.
Ein generelles Verbot für das Freistehen haben wir nicht gefunden. In Schutzgebieten wie Nationalparks und dem Donaudelta ist es aber verboten. Auf Privatgrund brauchst du die Erlaubnis des Eigentümers. Offenes Feuer ist nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt. Die Regeln können sich ändern, frag im Zweifel vor Ort.
Recherchierter Stand: Oktober 2026.

Bären: richtig verhalten

In den Karpaten musst du mit Bären rechnen, auch direkt an der Straße. Wir haben auf der Transfăgărășan drei gesehen und am St.-Ana-See eine Bärin mit Jungtier. Daran halten wir uns:

  • Fenster zu, nicht aussteigen, wenn ein Bär an der Straße steht
  • Kein Essen und keinen Müll draußen lassen, auch und vor allem nicht über Nacht
  • Auf Wanderwegen laut sein, damit dich der Bär rechtzeitig hört
  • In Bärengebieten lieber einen umzäunten Platz nehmen, wie am St.-Ana-See
Braunbär auf einer Mauer an der Transfăgărășan
Braunbär auf einer Mauer an der Transfăgărășan

Recherchierter Stand: Oktober 2026. Füttern ist verboten, es drohen bis zu 30.000 RON (ca. 5.700 €) Bußgeld. An der Transfăgărășan darfst du nicht zum Füttern oder Fotografieren anhalten. Im Juni 2026 wurden dort drei Menschen bei Bärenangriffen verletzt. Begegnest du einem Bären: nicht rennen, ruhig entfernen. Sichtungen in der Nähe Straße oder eines Ortes meldest du unter 112. (Quelle: Romania Insider)

Hunde

Die Hütehunde, die du in Rumänien triffst, haben einen klaren Job: Sie schützen Herden und Camps vor Bären und Wölfen. Am Camp am St.-Ana-See sah die erste Begegnung mit Silke gar nicht freundlich aus. Energisches Knurren hat geholfen. Danach haben sich die Hunde als sehr menschenfreundlich herausgestellt, zumindest die, die bei uns waren. Bleib ruhig und renn nicht weg.

Wasser, Entsorgung, autark stehen

Fülle Wasser auf, wann immer du kannst. Wir haben an Klöstern und an Quellen am Straßenrand getankt. Im Hochsommer versiegen viele Quellen. Zum Duschen reicht eine 1,5-Liter-Flasche mit gebohrtem Deckel und biologisch abbaubarem Duschgel. Campingplätze haben wir gezielt für Wäsche, Strom und Entsorgung genutzt, zum Beispiel in Cheile Turzii.

Wasser tanken an einer Quelle in der Maramureș
Wasser tanken an einer Quelle in der Maramureș

Wir haben viel frei gestanden. Toilette und Grauwasser haben wir entsorgt, wenn wir auf einem Campingplatz standen.

Sicherheit

Lass Wertsachen nicht sichtbar im Wohnmobil liegen, und nimm Warnschilder ernst. An der Râpa Roșie weist die Polizei auf Einbrüche in Wohnmobile und Autos hin. Wir sind trotzdem geblieben, mit etwas Abstand zu den anderen. In Alba Iulia kontrolliert die Polizei den Parkplatz an der Festung mehrmals am Tag. Insgesamt sind uns die Menschen freundlich und hilfsbereit begegnet.

Wohnmobil an der roten Schlucht Râpa Roșie
An der roten Schlucht Râpa Roșie

Kosten

Preise haben wir 2022 nicht notiert. Deshalb haben wir die Werte recherchiert.
Recherchierter Stand: Oktober 2026.

  • Diesel: ca. 2,04 € pro Liter
  • Vignette 30 Tage: 9,50 €
  • Campingplatz: meist ca. 15–25 € für zwei Personen (Campercontact)
  • Salina Turda, Eintritt: 75 Lei pro Person unter der Woche, 90 Lei am Wochenende (ca. 15 bzw. 18 €), Parken 10 Lei pro Stunde

Diesel ist damit nicht mehr günstiger als in Deutschland. Freistehen und Klöster halten die Kosten trotzdem niedrig. (Quellen: ADAC, fuel-prices.eu)

Geld, Internet, Sprache

Rumänien ist in der EU, deshalb gilt das EU-Roaming. Wir haben einfach unseren eigenen Datentarif genutzt. Bezahlt wird in Lei, nicht in Euro. Wir haben mit EC- bzw. Visa-Karte Bargeld am Automaten abgehoben und dann bar bezahlt. Recherchiert: Das EU-Roaming gilt bis mindestens 2032. Manche Tarife begrenzen aber das Datenvolumen im Ausland, ein kurzer Blick in den eigenen Vertrag lohnt sich. Rumänisch konnten wir nicht. Bei Menschen ohne Englisch oder Deutsch haben wir uns mit Gesten verständigt, und das hat immer geklappt.

Häufige Fragen

Mindestens zwei Wochen, besser drei bis vier. Die Anreise aus Deutschland dauert je zwei Tage, und abseits der Autobahn kommst du langsam voran. Wir waren 7,5 Wochen unterwegs und hätten noch länger bleiben können.

Wir haben uns sicher gefühlt und die Menschen als sehr freundlich erlebt. Halte Wertsachen außer Sicht und hör bei der Platzwahl auf dein Bauchgefühl. Mehr Respekt verdienen Bären und Herdenschutzhunde.

Freistehen ist weitgehend geduldet, in Schutzgebieten wie dem Donaudelta aber verboten. Wir standen in 7,5 Wochen rund 20 Nächte frei. (Recherchierter Stand: Oktober 2026)

Ja, die elektronische Rovinieta. Für Wohnmobile bis 3,5 t kostet sie 6 € für 10 Tage oder 9,50 € für 30 Tage. Seit Oktober 2026 kaufst du sie über TollRo. (Recherchierter Stand: Oktober 2026)

Wir haben Bären auf der Transfăgărășan und am St.-Ana-See gesehen. Bleib im Fahrzeug, füttere nie und halte Abstand. Füttern kostet bis zu 30.000 RON Bußgeld.

Die Transalpina meist ab Ende Mai, die Transfăgărășan ab Juni oder Juli, beide bis etwa 20. Oktober und nur tagsüber. Auf die Transalpina dürfen nur Fahrzeuge bis 3,5 t. (Recherchierter Stand: Oktober 2026) Mehr dazu in unserem Wohnmobil-Vergleich.

Fazit: Rumänien kann nicht nur Dracula

Rumänien lohnt sich für eine Reise mit dem Wohnmobil, vor allem wenn du Zeit mitbringst und mit höchstens 3,5 t unterwegs bist. Du findest Natur, die noch nicht für die Massen erschlossen ist, viele Möglichkeiten zum Freistehen und freundliche Menschen. Plane die Pässe rechtzeitig, nimm die Bären ernst und rechne mit langsamen Straßen. Mein Eindruck nach 7,5 Wochen ist sicher nicht vollständig. Aber er reicht für eine klare Empfehlung: Fahr hin.

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Ratgeber

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Alle 29 Tagebucheinträge von der Ankunft am Schwarzen Meer bis zur Donau findest du hier: Rumänien-Tagebuch

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